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Die ersten Ideen zu dieser Arbeit sind während meines Studienaufenthalts an der Universität Leipzig entstanden, wo ich mit einem Forschungsstipendium des Deutscher Akademischer Austauschdienst im WS 1999/2000 studieren durfte.

Arkadiusz Jasiñski · Bydgoszcz 2001

ÜBERSETZER - BERUF ODER BERUFUNG?
Translatorische Kompetenzen und Übersetzungsarbeit im Zeitalter der internationalen Kommunikation

 

Inhalt Einleitung [ 1.1 ] [ 1.2 ] [ 2.1 ]  [ 2.2 ]  [ 3.1.1 ] [ 3.1.2 ] [ 3.1.3 ] [ 3.2 ] [ 4 ] [ 5 ] Literatur Glossar

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Übersetzungsprojekte in beruflicher Praxis

 

2.2. Qualitätssicherungsverfahren

Qualität soll das Hauptanliegen eines jeden Projektes sein.

Diese Feststellung könnte man im Bezug auf Projekte in der Fertigungstechnik, wo die Begriffe Qualität, Qualitätszirkel, Qualitätsmanagement und insbesondere Qualitätssicherung schon seit längerer Zeit auf der Tagesordnung stehen, für eine Binsenwahrheit halten. In der Übersetzungsbranche dagegen wird der Frage eines gezielten Qualitätsmanagements erst in den letzten Jahren immer mehr Aufmerksamkeit gewidmet. Die Übersetzungsdienstleister haben inzwischen erkannt, dass auch die Qualität einer Sprachdienstleistung kein Zufallsprodukt, sondern das Ergebnis harter und zielgerichteter Arbeit ist. Die Zeit und die Kosten, die man für die Sicherung einer hohen Qualität investiert hat, werden sich in jedem Fall auszahlen, insbesondere aber bei der Abwicklung von großen Übersetzungsprojekten.

Die Qualität der übersetzten Publikationen (Dokumentation, Benutzerinformationen, Produktkataloge) trägt maßgeblich zu dem Eindruck bei, den der Kunde von einer Firma gewinnt. Fehler oder ein schlechter Stil vermitteln bestenfalls einen negativen Eindruck, schlimmstenfalls zweideutige oder sogar Fehlinformationen.

Neben dem Qualitätsstandard des übersetzten Textes gibt es auch einen zweiten Faktor, der über die Gesamtqualität der Übersetzungsdienstleistung entscheidet - die Geschwindigkeit, mit der die Übersetzung geliefert wird. Sogar eine kurze Verzögerung kann z.B. bedeuten, dass das Produkt nicht rechtzeitig auf den Markt kommt, was entgangene Chancen und Einkünfte zur Folge hat.

Aus diesen Gründen ist bei jedem professionellen Übersetzungsdienst die Verpflichtung zur Qualitätssicherung mittlerweile zu einem Standard geworden. Bei einer Agentur unterliegen alle Produktionsschritte einem Qualitätsmanagement, das eng an die Vorgaben von entsprechenden Normen angelehnt ist. Manche Übersetzungsbüros sind zertifiziert nach ISO 9002 oder arbeiten nach der Norm DIN 2345 für Übersetzungsvorhaben. So dürfen Firmen, die über ein zertifiziertes Qualitätsmanagementsystem nach ISO 9001 oder ISO 9002 verfügen, z.B. die oben dargestellten Zeichen verwenden. Mit einem solchen Zeichen wird den Kunden in höchstem Maße die Gewissheit geboten, in jedem Fall eine qualitätsgerechte und geprüfte Leistung frist- und formgerecht zu erhalten.

Im Falle eines freiberuflichen Übersetzers kann die Qualität seiner Dienstleistungen dadurch gewährleistet werden, dass er akkreditiert oder staatlich geprüft (Diplom-Übersetzer) ist.

Wenn man eine Übersetzung bei einem renommierten Übersetzer in Auftrag gibt, bezahlt man für die Quellen und Erfahrungen, die sich dieser Übersetzer über viele Jahre hinweg angeeignet hat sowie für die Zeit, die für das Projekt benötigt wird. Bei einer Übersetzungsagentur bezahlt man auch für den Namen der Agentur, Werbungs- und Verwaltungskosten - dort ist aber auch möglich, sehr umfangreiche Projekte zu realisieren. Die Zeit der Projektrealisierung in einer Übersetzungsagentur setzt sich aus der Vorbereitungszeit, dem Übersetzen selbst, dem Formatieren und dem Korrekturlesen durch speziell dafür ausgebildete Fachleute unter Verwendung modernster Technologie und Referenzmaterialien zusammen. Die Aufgaben eines Qualitätslektoren können nur von hochqualifizierten Experten geleistet werden - diese Tätigkeit wird auch von Hans G. Hönig als eine Chance für erfahrene Übersetzer gesehen:

Die Chance für qualifizierte Übersetzer und Übersetzerinnen ergibt sich aus der Tendenz, daß in einigen Marktsegmenten nicht nur die Ablieferung von übersetzten Texten gefragt ist, sondern auch die Fähigkeit, die Qualität von Übersetzungen beurteilen zu können, mit Laien sachlich und fachlich qualifiziert über Übersetzungstechnik und -techniken sprechen zu können und Menschen und Softwarehersteller bei der Optimierung von Übersetzungsprogrammen und -prozeduren beraten zu können.
(Zitat 2-1: HÖNIG 1997:23)

 

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Sollten Sie einzelne Abschnitte oder Gedankengänge aus meiner Diplomarbeit für eigene Abhandlungen übernehmen, weise ich Sie hiermit ausdrücklich darauf hin, dass aus meiner Diplomarbeit entnommene Teile als solche gekennzeichnet werden müssen (Zitat!).

Zitatvorschlag:
Jasiñski, A. (2001): Übersetzer - Beruf oder Berufung? Translatorische Kompetenzen und Übersetzungsarbeit im Zeitalter der internationalen Kommunikation - unveröffentlichte Diplomarbeit an der Akademia Bydgoska im. Kazimierza Wielkiego, 109 S.(+ 13 S. Anhang), 21 Abb., 16 Taf.; Bydgoszcz (Lehrstuhl für Germanistik).

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